Was für ein scheiß Tag

Jap. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Nachdem ich gestern die Absage von der Uni erhalten habe, habe ich mich still und heimlich in eine Ecke gesetzt und darauf gewartet, dass die Stille mich verschluckt. Ist nicht passiert. Ich habe dann ne SMS an meinen kleinen Freundeskreis gesendet, dass ich mal wieder als "ungeeignet" abgestempelt worden bin und man mich jetzt bitte nicht anrufen möge. Ich wollte jetzt nicht reden. Ich wollte nur dasitzen und die Zeit an mir vorbeiziehen lassen. Ich habe auch kaum etwas gefühlt in diesem Moment. Da war nur Leere. Ganz tief unten verbarg sich noch eine ziemlich dicke Wut, das habe ich gemerkt. Die wollte zu dem Zeitpunkt aber noch nicht rauskommen. Und Traurigkeit natürlich.
Trotz meiner Aufforderung, mich in meinem Selbstmitleid doch bitte einen Moment allein zu lassen, kam dann doch Martin vorbei. Ich hatte es ja irgendwie doch gehofft. Als er dann da war bin ich mit der Zeit auch etwas aufgetaut. Und irgendwann kam dann auch der Drang, Teller und Tassen an die Wand zu schmeißen. Ich bin wirklich froh, dass Martin noch gekommen ist. Sonst hätte ich jetzt kein Geschirr mehr.

Heute morgen habe ich dann meine Mappe bei der Uni abgeholt. Ich war so froh, als ich wieder von diesem Campus runter war. Ich habe mich so scheiße gefühlt beim Anblick dieser ganzen Studenten, die im Institut ein und ausgingen. Sie waren ja anscheinend geeignet genug. Ich war es nicht, also gehörte ich nicht dazu. Deswegen wollte ich so schnell wie möglich wieder nach Hause. Als ich allerdings nach Hause kam, wollte ich am liebsten schnell wieder raus: Zu allem Überfluss habe ich in meinem Schlaf/Wohnzimmer jetzt auch noch eine *räusper* kleine Plage an der Decke. Ausgerechnet die Viecher, die ich am wenigsten Ausstehen kann. Besser gesagt fange ich schon an zu heulen und hysterisch zu werden, wenn ich die Viecher aus fünf Meter Entfernung sehe *schüttel*. Daraus sollen wohl mal Fliegen werden. Hallo? Warum aber in meinem Schlafzimmer? *schüttel* Dass ich vor Ekel noch keinen Ausschlag bekommen habe, wundert mich.
Zum Glück kommt heute Abend mein Retter (so wie gestern auch) und rettet mich. Hoffentlich. Ich kann die Dinger nämlich nicht wegmachen, ohne allein vor Ekel tot umzufallen. *schüttel*
das ist bestimmt die Strafe dafür, dass ich so viele fliegen umgebracht habe...

Wie war das? wenn es kommt, dann kommt es dicke? Ja super. Ich bin begeistert. Und als ob das alles nicht schon genug wäre, muss ich heute auch noch im Praktiker arbeiten. Wenn ich Glück habe, habe ich heute wieder ganz viele stinkende, ekelhafte, schlecht gelaunte Kunden, die mich für das Übel der Welt komplett allein verantwortlich machen... Und da soll man dann noch nett und freundlich bleiben? Vor Allem, wenn es einem sowieso schon scheiße geht? Soll mal so einer an meine Kasse kommen, ich pack mir schon mal ein paar Teller ein.
in-cognito - 10. Jul, 14:28

grmbl

war der brief vllt vom bohlen?

Phonixfeuerseele - 11. Jul, 07:32

*lautlach* Wie geil!!! Nee, ich denke nicht, dass er vom Bohlen war, das Deutsch war grammatikalisch korrekt und viiiel zu bürokratisch! :))))

Aber hey, keine schlechte Idee, machen wir doch ihn für das Übel der Welt verantwortlich! :D
Original Mutant Altersheimer - 10. Jul, 20:05

Auch hier ein "Scheiß-Tag", aber vielleicht einer, der dich aufheitern kann ;)

Bei uns war heut auch 'n Scheißtag. Ich war nur kurz an der Uni, Bücher abholen, Jan und Klein-Valentin waren also allein zuhaus. Da begab sich folgendes: Das Telefon klingelt, Jan geht ran. Unser Verleger wollte irgendwas wissen. Er labert und labert also, Jan bemerkt, dass Valentin plötzlich ganz still ist. Valentin zieht die Hose runter, setzt sich vor (!), nicht auf sein Töpfchen und kackt ne Wurst mitten ins Wohnzimmer. Jan guckt zu, will aber nicht zum Verleger sagen: "Äh, tschuldigung, aber mein zweijähriger Sohn scheißt hier grade. Ich muss aufhören." Er lässt ihn also reden und versucht in dem Gestank zu überleben. Valentin tritt dann noch in seine Wurst hinein, da klingelt es an der Tür. Jan würgt den Verleger endgültig ab, bietet Rückruf an, rennt zur Tür, will vorher die Wohnzimmertür zumachen, damit der Besucher nicht direkt auf die frische Kackwurst gucken muss... Geht aber nicht, weil Wurst von Tür gestreift würde. Also liegen lassen. Haustür ist zugeschlossen, weil Valentin sonst rauslaufen würde. Zurück ins Wohnzimmer, Söhnchen auf'n Arm, damit der die Wurst nicht überall verteilt, Schlüssel suchen, finden, aufschließen, realisieren, dass da niemand vor der Tür steht. Aha, dann sind die also unten. Mit Valentin auf'm Arm die Gartentreppe runter zum Gartentor. Von oben sieht man nen schnieken Typen in Anzug und ne Lady in Kostümchen. In der Hand: Ne Bibel. "Zeugen Jehovas?! Nee, sorry, keine Zeit!" Wachturm abholen, rauflaufen, Wurst wegräumen, Valentin umziehen, Wäsche machen, Verleger zurückrufen...
Soviel dazu.
Wegen der Uni nicht traurig sein, da findet sich was viel besseres und später ist man dann froh, dass es da noch nicht geklappt hat - sondern erst später - bei der richtigen Institution eben! Alle Leute, die in meinem Freundeskreis an Akademien oder an sonstigen Kunstinstituten untergekommen sind, haben's erst beim zweiten Mal geschafft und haben im Nachhinein gesagt, das wäre besser so gewesen. Man muss die Zeit dazwischen halt nutzen... Beste Grüße!

Phonixfeuerseele - 11. Jul, 07:38

*nochmal lautlach* Ja, damit hast du mich echt zum Lachen gebracht! :) Und du hast das alles ja leider nicht life miterleben können, schade oder? :D
Dass dann ausgerechnet die Zeugen Jehovas an der Tür standen, find ich persönlich das absolute Highlight. Ich hätte die vielleicht sogar noch reingebeten! :D

Und das mit der Uni denk ich mir irgendwo auch. Habe mich ja auf Lehramt beworben obwohl ich nie Lehrerin werden wollte. Vielleicht wartet ne bessere Chance irgendwo. Muss mich mal weitererkundigen, was es noch für Möglichkeiten gibt.

Danke!
Marathy - 12. Jul, 00:48

*umärmelt* Schade, die Sache mit Deiner Absage. Aber es hat vielleicht auch einfach nicht sein sollen.

Du wirst Deinen Weg sicher noch finden! *an Dich glaubt*

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