Melan(chol)ie
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen damals, als ich noch etwas jünger aber nicht weniger melancholisch war, war, schnulzige Musik zu hören und aufzuschreiben, was mich beschäftigt. Das tue ich heute noch gern, besonders, wenn mich Gedanken quälen. Das ist meine Art, diese Dinge zu verarbeiten. Trotzdem habe ich mich auch öfters gefragt, ob der "Sturz in die Melnacholie" die Dinge nicht vielleicht schlimmer macht, als sie sind. Naja, ist ja auch egal.
Eigentich läuft momentan alles recht normal. Gehe viel arbeiten, habe wenig Zeit und freue mich auch Weihnachten. Was eigentlich seltsam ist. Angesichts der Tatsache, dass mein Dad noch immer im Krankenhaus liegt. Durch die Geschichte mit dem aufgeplatzten Magengeschwür haben sie ihn erst mal richtig durchgecheckt. Und dabei einen dunklen Fleck auf der Lunge gefunden. Nach fast zwei Wochen und vielen Untersuchungen sind sich die Ärzte sicher: Es ist ein Tumor. Und er ist mit höchtser Wahrscheinlichkeit bösartig. Mein Papa hat Lungenkrebs. Diese Worte heute zu einem Arbeitskollegen gesagt zu haben und sie hier niedergeschrieben stehen zu sehen, raubt mir den Boden unter den Füßen. Ich trage eine tiefe Schwere in mir, die mich die letzen paar Tage ständig begleitet. Seit dem ich gesehen habe, wie fertig er ist. Ich habe ihn noch nie so erlebt. Er sieht aus, als trage er zentnerweise Last auf seinen Schultern, die ihn langsam, und gebrechlich macht. Er hat solche Angst. Denn jetzt muss noch festgestellt werden, ob der Krebs gestreut hat.
Ich habe solche Angst um ihn.
Denn das, worauf ich mein Leben lang gewartet habe, scheint jetzt einzutreffen, dass meine Eltern ihr Leben endlich ändern.
Mein Dad will einen anderen Beruf machen, bei dem er mehr Zeit für sich selbst hat, er will den Alkohol nicht mehr anrühren und er will endlich eine Therapie machen. Vielleicht mit meiner Mutter zusammen. Er hat endlich verstanden, was mich damals so sehr gequält hat, dass ich ausziehen musste. Und ich wünsche mir so sehr für meine Eltern und auch ein wenig für mich Selbst, dass sie wenigstens teilweise den richtigen Weg einschlagen. Nach so langer Zeit.
Nach so langer Zeit. Doch wieviel Zeit bleibt noch, um nach so langer Zeit so viel verlorene Zeit aufzuholen? Erholt er sich davon? Die Ärzte sind ganz zuversichtlich "gut operabel" hieß es. Jetzt muss wie gesagt noch festgestellt werden, wie weit fortgeschritten der ganze Prozess ist.
Und so lange sitze ich vielleicht noch in meinem gemütlichen Schaukelstuhl, höre melancholische Musik und versinke in schweigenden Gedanken, die mich zwischendurch immer wieder lähmen. Meinen Eltern gegenüber bin ich stark und hoffnungsvoll. Aber sobald ich allein oder mit Martin allein bin, gebe ich mich meiner eigenen Angst hin.
Die große Mutter weiß schon was sie tut. Alles im Leben hat seinen Sinn.
Eigentich läuft momentan alles recht normal. Gehe viel arbeiten, habe wenig Zeit und freue mich auch Weihnachten. Was eigentlich seltsam ist. Angesichts der Tatsache, dass mein Dad noch immer im Krankenhaus liegt. Durch die Geschichte mit dem aufgeplatzten Magengeschwür haben sie ihn erst mal richtig durchgecheckt. Und dabei einen dunklen Fleck auf der Lunge gefunden. Nach fast zwei Wochen und vielen Untersuchungen sind sich die Ärzte sicher: Es ist ein Tumor. Und er ist mit höchtser Wahrscheinlichkeit bösartig. Mein Papa hat Lungenkrebs. Diese Worte heute zu einem Arbeitskollegen gesagt zu haben und sie hier niedergeschrieben stehen zu sehen, raubt mir den Boden unter den Füßen. Ich trage eine tiefe Schwere in mir, die mich die letzen paar Tage ständig begleitet. Seit dem ich gesehen habe, wie fertig er ist. Ich habe ihn noch nie so erlebt. Er sieht aus, als trage er zentnerweise Last auf seinen Schultern, die ihn langsam, und gebrechlich macht. Er hat solche Angst. Denn jetzt muss noch festgestellt werden, ob der Krebs gestreut hat.
Ich habe solche Angst um ihn.
Denn das, worauf ich mein Leben lang gewartet habe, scheint jetzt einzutreffen, dass meine Eltern ihr Leben endlich ändern.
Mein Dad will einen anderen Beruf machen, bei dem er mehr Zeit für sich selbst hat, er will den Alkohol nicht mehr anrühren und er will endlich eine Therapie machen. Vielleicht mit meiner Mutter zusammen. Er hat endlich verstanden, was mich damals so sehr gequält hat, dass ich ausziehen musste. Und ich wünsche mir so sehr für meine Eltern und auch ein wenig für mich Selbst, dass sie wenigstens teilweise den richtigen Weg einschlagen. Nach so langer Zeit.
Nach so langer Zeit. Doch wieviel Zeit bleibt noch, um nach so langer Zeit so viel verlorene Zeit aufzuholen? Erholt er sich davon? Die Ärzte sind ganz zuversichtlich "gut operabel" hieß es. Jetzt muss wie gesagt noch festgestellt werden, wie weit fortgeschritten der ganze Prozess ist.
Und so lange sitze ich vielleicht noch in meinem gemütlichen Schaukelstuhl, höre melancholische Musik und versinke in schweigenden Gedanken, die mich zwischendurch immer wieder lähmen. Meinen Eltern gegenüber bin ich stark und hoffnungsvoll. Aber sobald ich allein oder mit Martin allein bin, gebe ich mich meiner eigenen Angst hin.
Die große Mutter weiß schon was sie tut. Alles im Leben hat seinen Sinn.
Phonixfeuerseele - 30. Nov, 19:58



